Obdachlosenhilfe Hannover

Obdachlosenhilfe Hannover e.V. - Jeder kann helfen!

Obdachlosenverein erhält Zelte und Kleidung

Udo und Ricarda Niedergerke, Mario Cordes, Reinhold Fahlbusch und Rebecca Flügel (von links) engagieren sich für Obdachlose. Quelle: Florian Petrow

Seit Mai geben ehrenamtliche Helfer am Andreas-Hermes-Platz Essen und Kleidung an Obdachlose aus. Die Niedergerke Stiftung hilft dem Verein, der auf Initiative von Betroffenen entstanden ist.

Hannover
Die Obdachlosenhilfe Hannover, seit November ein eingetragener Verein, hat jetzt auch Unterstützung von Ricarda und Udo Niedergerke erhalten. Ihre Stiftung für Menschen in Not hat zwei Zelte sowie warme Kleidung für Mitglieder und Helfer gespendet, damit diese bei ihren Einsätzen im Winter vor Nässe und Kälte geschützt sind. „Als der Verein auf uns zukam, waren wir zunächst skeptisch. Dann haben wir uns seine Arbeit näher angeschaut und sind seitdem begeistert. Es wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet“, sagt Udo Niedergerke

Die Obdachlosenhilfe gibt regelmäßig am Donnerstagnachmittag auf dem Andreas-Hermes-Platz neben dem Kulturzentrum Pavillon Essen, Kleidung und Hygieneartikel an Obdachlose aus. Zusätzlich sind Mitglieder sonnabends mit Handwagen im Innenstadtgebiet unterwegs und verteilen Hilfsmittel an die Bedürftigen.
 
Das Besondere an dem Verein ist, dass er nicht nur im Winter, sondern das gesamte Jahr über aktiv ist und dass Betroffene treibende Kraft der Initiative sind – entweder als Vorstandsmitglied oder als aktive Helfer. „Ich war selbst kurzzeitig von Obdachlosigkeit bedroht“, sagt Sprecherin Rebecca Flügel. Der Vorsitzende Mario Cordes, gelernter Koch, kennt diese Situation auch. Die beiden beschlossen, anderen zu helfen.

Sie haben mit drei Tischen angefangen, die sie seit Mai regelmäßig auf dem Platz aufstellen und an denen sie gespendete Waren verteilten. Das hat sich dann ausgewachsen. „Man kennt uns auf der Platte (in der Obdachlosenszene, die Red.), das schafft Vertrauen“, sagt Rebecca Flügel. Mittlerweile gibt der Verein an jedem Donnerstag bis zu 200 Essen aus.

Das ist in dieser Form möglich, weil nicht nur die Niedergerke Stiftung hilft, sondern auch die Johann Jobst Wagenersche Stiftung. Deren Vorsteher Reinhold Fahlbusch hat den Verein beim Aufbau von Strukturen und Netzwerken beraten. Außerdem darf die Obdachlosenhilfe die Stifungsküche in der Calenberger Neustadt zum Zubereiten der Mahlzeiten nutzen. „Das haben wir anfänglich in einer Privatküche gemacht“, berichtet Flügel. Fahlbusch sagt, es sei wichtig, dass die Initiative kein Strohfeuer ist, sondern nachhaltig wirkt. Das Ehepaar Niedergerke ist davon schon überzeugt.

Von Bernd Haase. Quelle: HAZ.de